Maikäfer

3. Preis des Bochumer Dramatikwettbewerbs Spiel.Frei.Gabe

Sorgenvoll schaut die alte Agnes nach ihrer Enkelin Johanna, deren erste Liebe unter tragischen Umständen bei einem gemeinsamen Ausflug ertrank. Es war ein Unfall. Sagen beide. Aber sie haben es niemanden sonst gesagt. Offiziell gilt Tom als vermisst. Sie zünden ihm zu Ehren Kerzen an und trinken Wein. Gemeinsam erinnern sie sich, der Abend wird lang. Doch je länger sie reden, umso widersprüchlicher werden die Umstände dieses Todes. Das Kerzenlicht zieht einen Maikäfer an und mit ihm kehren die Erinnerungen längst vergangener Tage zurück. An Johannas Kindheit am Meer, an den frühen Tod ihrer Eltern. Und weiter zurück in Agnes‘ Kindheit, an ihre Flucht während des Zweiten Weltkrieges. So schwemmt eine Geschichte unerbittlich die nächste an die Oberfläche und immer deutlicher wird, welche fatale Verbindung die beiden Frauen miteinander haben.

 

2 D

"Der Text besticht vor allem durch seine starken Frauenrollen, die vor der Kulisse des unberechenbaren Meeres einen Generationenkonflikt austragen. Beide Figuren sind durch das Erleben von Gewalt und Machtlosigkeit geprägt. Der Versuch der jungen Enkelin, Vergangenheit aufzuarbeiten, bringt stattdessen die dunklen Seiten der Familiengeschichte ans Licht. Das Drama überzeugt durch sein großes Thema, seine starken Dialoge und die exzellente Figurenführung."

Jury des Dramatikwettbewerbs Spiel.Frei.Gabe

 

"Maikäfer ist ein Zweipersonen-Drama um einen Generationenkonflikt, dessen Ursachen bis auf den Zweiten Weltkrieg und die Vertreibung aus Ostpreußen zurückreichen. In dem geschickt gebauten Dialogstück mit gutem Spannungsbogen entwickelt sich eine Familientragödie, deren Protagonisten die Großmutter und ihre Enkelin sind."

WAZ, 20.01.2020

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